Kritik: The Good Doctor

Hit aus Südkorea

"The Good Doctor" ist die us-amerikanische Version eines Serien-Hits aus Südkorea. Darin brilliert vor allem Schauspieler Freddie Highmore.

Ein kleiner Haken

Dr. Shaun Murphy (Freddie Highmore) ist ein lebendiges Nachschlagewerk, ein genialer Diagnostiker und somit genau die Art von Assistenzarzt, um den sich jede Klinik reißen sollte. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Shaun ist Autist. Das macht ihn für den Vorstand des San Jose St. Bonaventure Hospital zu einem wandelnden Kunstfehlerprozess. 

Denn so brillant Shaun auch medizinisch ist, zwischenmenschlich hat er die Sozialkompetenz eines Rammbocks. Sein analytischer Verstand tut sich schwer, Gefühle zu deuten. Da ihm Lügen und Verstellung fremd sind, kann Shaun dieses Verständnis nicht einmal heucheln. Gegen alle Widerstände setzt sein väterlicher Freund Dr. Glassman (der immer großartige Richard Schiff) Shauns Anstellung trotzdem durch – und seinen eigenen Job als Chef der Klinik aufs Spiel. Nicht nur für Shaun, auch für seine Kollegen beginnt ein denkwürdiger Lernprozess. 

Seelenleben

Mit der Hilfe von "House"-Produzent David Shore adaptierte Schauspieler Daniel Dae Kim ("Lost") den südkoreanischen Serienhit "The Good Doctor" für das US-Fernsehen – und sorgte damit für den größten Hit der vergangenen TV-Saison. 

Das verdankt die Serie vor allem wohl Hauptdarsteller Freddie Highmore, der dem autistischen Genie Shaun nicht nur ein Gesicht, sondern vor allem eine Seele gibt.

Autor: Kristin Lenk

11.10.2018, 13.46 Uhr

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