Kritik: Einmal Sohn, immer Sohn

Famoses Film-Fest

Mit "Einmal Sohn, immer Sohn" feiert Christiane Hörbiger ihr ganz persönliches Gerbutstagsjubiläum. Ein Film mit rasiermesserschafen Dialogen und einer rührenden Christiane Hörbiger.

Happy Birthday, Frau Hörbiger! 

Am 13. Oktober wird die Grande Dame des deutschen Films 80 Jahre alt. Und die ARD lässt sie mit "Einmal Sohn, immer Sohn" hochleben. Die turbulente Inszenierung eines Familienzwistes bietet Hörbiger die Bühne für eine Ein-Frau-Show, auf der sie sämtliche "Jungspunde" an ihrer Seite in den Schatten stellt. 

Prada trägt die von ihr verkörperte Lilo Maertens zwar nicht. Aber teuflisch ist die Verlegerin des Magazins "Lilo" allemal. Unter ihrer selbstherrlichen Art hat neben ihren Mitarbeitern auch ihr Sohn Ruben (Sebastian Bezzel) zu leiden. Mit ihrem ständigen Gekrittel an seinen beruflichen Ambitionen und ihrer ungeliebten Schwiegertochter hat Lilo einen Graben zwischen sich und die Familie gezogen. 

Verzweiflungsakt

Das rächt sich, als sie nach einer Operation niemanden findet, bei dem sie unterkommt. Also nimmt Ruben sie notgedrungen auf – und bereut diese Entscheidung bald. "Willst du mir vorwerfen, was für eine schlechte Mutter ich war?" "Nein, dafür reicht die Zeit nicht". 

Mit rasiermesserscharfen Dialogen ziehen sich Mutter und Sohn das Fell über die Ohren. Hörbiger schafft es, ihrer vermeintlich so starken Figur eine anrührende Verletzlichkeit zu verleihen. Eine Paraderolle für die Diva, mit der sie sich selbst ebenso ein Geschenk macht wie den Zuschauern. 

Autor: Florian Büttner

12.10.2018, 14.26 Uhr

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