Kritik: Spuk in Hill House

Bis das Blut gefriert

Die neue Netflix-Horrorserie "Spuk in Hill House" setzt ihre Schreckmomente äußerst sparsam ein. Dafür aber umso effektiver.

Das unheimliche Haus

Die Tage werden kürzer, Nebel wabert (gelegentlich) über das Land, Halloween naht. Passend dazu liefert Netflix eine neue Horrorserie ab. Und was für eine! In "Spuk in Hill House" schleicht sich das Grauen auf ganz heimtückische Art und Weise von hinten heran. 

Denn Regisseur und Autor Mike Flanagan ("Das Spiel") und sein grandioser Kameramann Michael Fimognari setzen die Schreckmomente äußerst sparsam ein. Mit dem Effekt, dass die ruhige Atmosphäre nur noch mehr an den Nerven zerrt. Etwa, wenn in blaustichigen Bildern und aus ungewöhnlicher Perspektive ein Kinderzimmer gezeigt wird. Dort liegen die kleine Nell Crain und ihr Bruder Luke. Ihre Eltern haben den Landsitz Hill House erworben, um das marode Gemäuer herzurichten und weiterzuverkaufen. Doch die Kinder werden von Albträumen geplagt – sind es wirklich "nur" Träume? 

Schrecksekunde

Die Kamera zeigt diese Szenerie aus der Totalen. Da wartet man förmlich darauf, dass ein Monster aus einer dunklen Ecke springt. Was nicht geschieht. Denn das Monster kommt erst dann, wenn man nicht mehr damit rechnet. 

Grandios spielt Flanagan auf der Klaviatur des Horrors, steigert so die Angst. Und das wird bei den kommenden Folgen nur schlimmer. Also "Spuk in Hill House" besser nicht alleine schauen. Und vorsichtshalber das Licht anlassen …

Autor: Martina Borgschulze
 

15.10.2018, 13.28 Uhr

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