Kritik:Nord Nord Mord

Peter Heinrich brix schafft es im ZDF-Krimi "Nord Nord Mord" nicht an den Charme seines Vorgängers heranzukommen.
 

Große Fußstapfen

Leicht gemacht hat man es sich beim ZDF nicht, seinen feinhumorigen Sylt-Krimi "Nord Nord Mord" nach dem Ausstieg von Robert Atzorn auf Erfolgskurs zu halten. Nach acht Jahren verabschiedete sich der Schauspieler in den Ruhestand. 

Zu seinem Nachfolger erkor man Peter Heinrich Brix. Einer der auf leise, oft liebenswert-schrullige Rollen abonniert ist. Als Kommissar Sievers ermittelt er künftig mit Ina (Julia Brendler) und Hinnerk (Oliver K. Wnuk). "Der Neue" zeigt lange keinerlei Regung. Auch nicht beim Anblick einer männlichen Leiche am Strand. Einzig als Sievers der Sylter Preis für ein Käsebrot im Lokal präsentiert wird, kommt Leben in ihn: 14 Euro 80!! Kein Wunder, dass Hinnerk seinem neuen Chef spontan "Hämorrhoiden und ganz kurze Arme!" wünscht. 

Charme einer Nordseekrabbe

Nun könnten eigentlich die Fronten geklärt sein und der unterhaltsame Teil des Premierenfalls beginnen. Schließlich stammt das Drehbuch zu "Sievers und die Frau im Zug" von den Erfindern des Münsteraner "Tatorts" Stefan Cantz & Jan Hinter. 

Doch irgendwie kommt kein Leben in diesen Krimi. Brix agiert stoisch. Es ging ihm darum, erklärte der Mime im ZDF-Interview, "jeden Versuch zu unterlassen, witziger sein zu wollen, als seine beiden Kollegen miteinander." Schade. Der erste Sievers-Krimi hat so allenfalls den Charme einer Nordseekrabbe. 

Autor: Stefanie Moissl

16.10.2018, 13.27 Uhr

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