Kritik: Liebe auf Persisch

"Liebe auf Persisch" ist ein modernes Märchen mit einem Hauch von Tausendundeiner Nacht. Dabei verweben sich altbekannte Handlungsmuster mit leiser Systemkritik.
 

Wortspiele

Das schmeichelt: "Die Deutschen haben die längsten", schwärmt Shirin (Mona Pirzad). Doch dann die Ernüchterung: "Die längsten Kompostita". Gemeint sind zusammengesetzte Hauptwörter. 

Sprachverknotungen sind das Markenzeichen der lebenslustigen Übersetzerin. Und ihr ansteckendes Lachen, wenn Robert (Felix Klare) wieder einmal ins Fettnäpfchen getreten ist. Das passiert dem Deutschen häufig, denn die Sitten und Gebräuche im Iran sind ihm fremd. Er ist auf der Suche nach seinem verschollenen Vater, der ins Land des Safrans aufgebrochen ist, um Schulden einzutreiben. Während der Odyssee kommt er seiner schönen Begleiterin näher – und lernt ein Land voller Kontraste kennen. 

Land der Gegensätze

Der Prinz aus dem fernen Land verliebt sich in die orientalische Prinzessin – Florian Baxmeyer erzählt ein modernes Märchen mit einem Hauch von Tausendundeiner Nacht. Dabei verwebt er altbekannte Handlungsmuster mit leiser Systemkritik. Wenn Shirin gegen eine Vernunftehe und für das Recht auf Selbstverwirklichung kämpft, bekommt die schillernde Orientfassade Risse. 

Auch Felix Klare erlebte beim Dreh im Iran ein Land voller Widersprüche. "Die Iraner gehen sehr achtsam miteinander um. Im Kontrast dazu steht die Unfreiheit der Frauen. Diese als gegeben hinzunehmen, ist mir schwergefallen". 

Autor: Florian Büttner

19.10.2018, 15.25 Uhr

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