Kritik: Die Protokollantin

Die ZDF-Miniserie "Die Protokollantin" ist ein stilvollbebilderter Krimi mit herausragenden Schauspielern. 

Kein leichter Job

Freya Becker (Iris Berben) ist Protokollantin bei der Mordkommission Berlin: Sie schreibt nieder, was Verdächtige und Verbrecher aussagen. Kein leichter Job. Auch sonst hat die schmale, unscheinbare Frau alles andere als ein schönes Leben: Ihre Tochter Marie ist vor elf Jahren spurlos verschwunden, darüber kommt Freya nicht hinweg. 

Ihre einzigen Kontakte: Ihr Bruder, der Restaurantbesitzer Johannes (Moritz Bleibtreu), und der abgehalfterte Türsteher Damir. Als der Sexualstraftäter Thilo Menken mit einem Freispruch davonkommt, ist Freya – als Protokollantin von seiner Schuld überzeugt – schockiert und macht einen schweren Fehler. 

Tiefschürfende Geschichte

Die Idee zur Miniserie stammt von Krimipapst Friedrich Ani ("Der namenlose Tag", "Tabor Süden"). Umgesetzt hat sie die Autorin und Regisseurin Nina Grosse ("Das Wochenende"). Produziert hat den Fünfteiler Berbens Sohn Oliver. 

Das Ergebnis ist ein stilvoll bebilderter Krimi mit tiefschürfender Geschichte. Die Motive der Figuren sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Vor allem die unscheinbare Freya gibt dem Zuschauer erst einmal Rätsel auf. Neben der so gut wie ungeschminkt spielenden Berben machen Moritz Bleibtreu, Peter Kurth (wie immer: gewichtig) und Misel Maticevic die Miniserie zu einem echten Genuss. Für’s Protokoll: Großartig!

Autor: Björn Sommersacher

22.10.2018, 13.51 Uhr

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