Kritik: Alles oder Nichts

Alles nichts, oder?

Mit der neuen Daily-Soap "Alles oder Nichts" will Sat.1 wieder eine eigene Telenovela etablieren - das klappt so ein bisschen.
 

Vor über 30 Jahren

Es begann 1992. Damals ging Deutschlands erste tägliche Seifenoper auf Sendung. Die Quoten waren mies, die Kritiken verheerend. Unbestreitbar gab’s anfangs mehr schlechte als gute Zeiten. In Köln aber vertraute man dem Format. Und nun? Lief am Montag die 6617. Folge "GZSZ". Definitiv eine Erfolgsgeschichte. Eine, die Sat.1 wohl gerne imitieren würde. 

Nach Jahren der Soap-Abstinenz schickt der Bällchensender die Eigenproduktion "Alles oder nichts" auf Sendung. Die Ausgangssituation der neuen Seifenoper ist vielversprechend: Der Industrielle Axel Brock ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Dass in seinem Testament auch seine drei unehelichen Kinder berücksichtigt werden, stellt das Leben diverser Familien auf den Kopf. 

Solider Start

Die erste Folge bedient alle Erwartungen: Die Konflikte werden in Hochgeschwindigkeit etabliert, bei der Figurenzeichnung halten sich die Autoren nicht lange mit Tiefgang auf. Da gibt es die Klofrau, die Stripperin und den Obdachlosen auf der "Arm aber aufrecht"- Seite, den Schnöselsohn, das blonde Biest und den Erpresser auf der "Reich und fies"-Seite. 

Die Dialoge sind hölzern, die Leistung der Schauspieler ist ausbaufähig. Bezaubernd allerdings ist Anna Mennicken als Jenni, das Herzstück der Serie. Und das ist mehr, als "GZSZ" 1992 zu bieten hatte.

Autor: Martina Borgschulze

23.10.2018, 13.16 Uhr

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