Kritik: Ad Vitam

Spannung ohne Ende

Die Serie "Ad Vitam" ist ein packender Zukunftsthriller, der keine fliegenden Autos für eine faszinierende Zukunftsvision braucht.

Manipulation der Natur

Die Qualle Turritopsos nutricola ist ein erstaunliches Lebewesen. Dank einer ungewöhnlichen Zellstruktur regeneriert sie sich immer wieder selbst – wird wortwörtlich wiedergeboren. In der dystopischen Welt von Serienschöpfer Thomas Cailley verkörpert das Meerestier die Unsterblichkeit. 

Die Menschheit hat den Tod besiegt: Eine Regenerierungstechnik ermöglicht es, den Alterungsprozess zu stoppen. Aber nicht alle sind mit dieser Manipulation der Natur einverstanden. Kollektiver Selbstmord wird zum Zeichen des Widerstands. Als sieben tote Minderjährige gefunden werden, geht Ermittler Darius (Yvan Attal) von einem Gemeinschaftssuizid aus. Steckt die regierungsfeindliche SAUL-Sekte dahinter? Um das herauszufinden, wird Christa (Garance Marillier), die einst kollektiven Selbstmord begehen wollte, in deren Kreise eingeschleust. 

Menschen, wollt ihr ewig leben? 

Diese philosophische Frage treibt Autor und Regisseur Thomas Cailley angesichts einer ständig steigenden Lebenserwartung um. In düsteren Bildern zeigt seine Zukunftsvision die Schattenseiten der Unsterblichkeit. Dabei verzichtet er bewusst auf Spezialeffekte wie fliegende Autos, um ein möglichst authentisches Parallel-Universum zu schaffen. 

So entsteht ein Zukunftsthriller, der buchstäblich Spannung ohne Ende bietet. 

Autor: Florian Büttner

8.11.2018, 13.35 Uhr

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