Kritik: Parfum

Riecht nach Erfolg

ZDFneo zeigt mit dem verstörenden Sechsteiler "Parfum" einen modernen Thriller auf Grundlage des Weltbestsellers von Patrick Süskind.

Dem Duft auf der Spur

Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" schlug Mitte der Achtziger weltweit ein wie eine Bombe. Und die Faszination, die von Grenouille ausgeht, der auf der Suche nach Liebe und dem betörendsten Duft der Welt zum Frauenmörder wird, hält bis heute an.

Damit spielt die sechsteilige Serie "Parfum" (ausführender Produzent: Oliver Berben). Inspiriert durch Süskinds Buch, experimentiert eine Clique von Internatsschülern und -Schülerinnen damit, menschliche Düfte einzufangen. 20 Jahre später wird eine von ihnen ermordet. Ihr Kopf ist kahl rasiert, unter den Achseln und im Intimbereich klaffen tiefe Wunden.

Prominent besetzt

"Überfälle auf Dönerbuden, Selbstmorde und Schießereien im Bahnhofsviertel: Damit kenne ich mich aus. Aber sowas?", stellt Ermittler Köhler (Juergen Maurer) seiner Kollegin Nadja (Friederike Becht) gegenüber trocken fest. In ihren Fokus geraten die Freunde von damals, die ihr grausames Geheimnis bis heute hüten.

Mit Stars wie Wotan Wilke Möhring und Ken Duken prominent besetzt, haben Regisseur Philipp Kadelbach und Drehbuchautorin Eva Kranenburg ein faszinierendes, für deutsche Verhältnisse experimentelles Werk geschaffen. Einen verstörenden Psychothriller, der in seiner Kunsthaftigkeit bisweilen ins allzu Künstliche abgleitet. Dennoch: Folge eins riecht definitiv nach Erfolg.

Autor: Susanne Bald

14.11.2018, 13.17 Uhr

TV-Kritik empfehlen