Kritik: Milk & Honey

Flügellahme Story

Der zweiten VOX-Serienproduktion "Milk & Honey" fehlt es etwas an süßem Beigeschmack. Das kann sich allerdings noch ändern!

Frisch vom Imker

Den süßesten Honig gibt’s frisch vom Imker. Das wissen die ausschließlich weiblichen Kundinnen von Johnny (Artjom Gilz) zu schätzen. Der Stoff, auf den die flotten Bienen fliegen, ist eher heiß als kalt geschleudert: Weil die geerbte Imkerei nicht läuft, zieht der Heimkehrer mit seinen Kumpels mitten in der Provinz einen Escort-Service auf. 

Das Geschäft brummt und das Geld fließt. Doch als Gefühle ins Spiel kommen, wird den fleißigen Liebesdrohnen klar, dass das Leben als Callboy und Stripper nicht ganz so einfach ist, wie gedacht. 

Wo bleibt die Selbstironie

Mit seiner ersten Eigenproduktion "Club der Roten Bänder" landete Vox einen Riesenhit. Ob bei "Milk & Honey", der hausgemachten Adaption einer israelischen Serie, ebenso viele Zuschauer am Bildschirm kleben bleiben, ist fraglich. Zwar ist es recht spaßig, wenn sich die rurale Version der Chippendales im Römerkostüm zum Affen macht. Nur hat man das in Männerstrip-Possen wie "Ganz oder gar nicht" wesentlich lustiger gesehen. 

Deren Feinripp-Helden zeichnet das aus, was den brandenburgischen Beaus fehlt: Selbstironie. Auch die Story ist recht flügellahm: Die ostdeutsche Walachei steckt voller liebeshungriger Frauen mit großer Geldbörse? Da zeichnet "Bauer sucht Frau" aber ein anderes Bild! Bleibt zu hoffen, dass die nachfolgenden Teile einen süßeren Beigeschmack haben.

Autor: Florian Büttner

15.11.2018, 14.56 Uhr

TV-Kritik empfehlen