Kritik: Herr und Frau Bulle

Geistesmensch und Leder-Lady

Der neue ZDF-Krimi "Herr und Frau Bulle" überzeugt mit einem tollen Ermittlerpärchen, versucht aber allzu angestrengt, lustig zu sein.  

Peinlicher Humor

Das erste Ermittler-Ehepaar im ZDF tritt seinen Dienst an. Die Besetzung: top. Das Konzept: vielversprechend. Johann von Bülow ist Fallanalytiker Heiko, ein verschwurbelt redender Geistesmensch im feinen Zwirn. Alice Dwyer spielt Yvonne, eine taffe Ermittlerin in schwarzem Leder mit Verbindungen zur Unterwelt.

Mal zoffen sie sich, mal fallen sie gierig übereinander her. Zu den beiden gehört der verzogene Hund Albert Fish, benannt nach einem Serienmörder der 30er-Jahre. Und dann fordern in Episode eins auch noch drei Morde die Aufmerksamkeit des Ehepaars.

Luft nach oben

"Es darf gelacht werden, das ist ganz wichtig!" betonen die Macher. Und Schauspieler Johann von Bülow lässt in der ZDF-Presse-Info wissen: "Ich bin am glücklichsten darüber gewesen, dass die Peinlichkeit als Element des Humors endlich mal den Raum bekommt, den sie verdient."

Schade nur, dass die Figuren und Szenen allzu schablonenhaft konstruiert wirken, der Humor bemüht. Zum Beispiel wenn Hund Albert ein Plüschtier vernascht. Oder wenn sich der zwielichtige Investor Tuxen (Carsten Bjørnlund) mit den Worten vorstellt: "Bevor Sie den Witz machen: Wie ich heißt auch ein schwedisches Regal. Was besonders peinlich ist, weil ich Däne bin." Fazit: In puncto Humor ist noch Luft nach oben, das schrille Paar "Herr und Frau Bulle" hat aber trotzdem eine zweite Chance verdient.

Autor: Stefanie Moissl

19.11.2018, 13.27 Uhr

TV-Kritik empfehlen