Kritik: The Ballad of Buster Scruggs

Lahme Ballade

Der neue Netflix-Film der Coen-Brüder arbeitet sich etwas lustlos an altbekannten Western-Klischees ab. 

Im Westen kaum Neues

Laufen nun auch die Coens zu Netflix über? So manch ein Kinofan war entsetzt, als bekannt wurde, dass der neue Film der Regie-Brüder von dem Streaming-Anbieter vertrieben werden und nur in ganz wenigen Kinos zu sehen sein würde. Dass selbst so bekannte und erfolgreiche Regisseure für einen Film, der nicht ins Blockbuster-Schema der großen Hollywoodstudios passt, diesen Weg gehen, sollte einem zumindest zu denken geben. "The Ballad of Buster Scruggs" ist ein Western – diesem Genre hatten sich die Joel und Ethan Coen ja schon mit "True Grit" zugewandt.

Alle Motive in einem Film

Das Besondere an ihrem neuen Film ist die episodische Struktur: Sechs inhaltlich nicht zusammenhängende Geschichten werden erzählt. Dabei kommen fast alle der berühmtesten Motive des Genres vor: singende Cowboys, Revolverhelden, Indianer, Siedler auf dem Weg in den Westen, Goldgräber und Postkutschenfahrten.

Am schwächsten ist die erste Episode, in der der titelgebende Buster Scruggs (Tim Blake Nelson) auftritt und einem umgehend auf die Nerven fällt. Am stärksten sind die beiden mittleren Segmente, in denen es um einen arm- und beinlosen Rezitator sowie um einen Goldgräber geht. Insgesamt könnte es aber durchaus sein, dass der Film eher für seine Produktionsbedingungen denn für seinen Inhalt in Erinnerung bleiben wird.

Autor: Sebastian Hagner

20.11.2018, 13.44 Uhr

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