Kritik: Saat des Terrors

Komplexe Sachverhalte

Trotz einiger Logiklöcher ist "Saat des Terrors" ein sehenswerter Film über die wirtschaftliche Dimension des Terrors.

Terror als Geschäft

Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht los: Wenn Geheimdienste versuchen, im Ausland politische Gruppen gegeneinander auszuspielen, hat das oft furchtbare Konsequenzen. So hat die CIA über Jahre große Summen nach Afghanistan geschleust, um den damaligen Präsidenten Karzai zu stützen – doch das Geld floss wohl größtenteils in die Kassen von al-Qaida.

Ein ähnliches Szenario beleuchtet Grimme-Preisträger Daniel Harrich ("Der blinde Fleck") in seinem Politthriller "Saat des Terrors": In Pakistan erhält die BND-Agentin Jana Wagner (Christiane Paul) Hinweise auf einen geplanten Anschlag. Der Drahtzieher: ausgerechnet ein Informant des Bundesnachrichtendienstes. Doch außer Jana scheint sich niemand für die Pläne der Terroristen zu interessieren.

"Ein Geschäftsmodell"

Filmemacher Harrich wiederum interessiert nicht, was die Attentäter motiviert. Ihm geht es nicht um Religion oder Fanatismus. "Terror ist ein Geschäftsmodell und Hebel für politische Einflussnahme", erklärt er im Interview mit der ARD.

Auch, wenn sein Drehbuch ein paar Logiklöcher aufweist und das Finale des TV-Films seltsam lahm wirkt, gelingt es Harrich, die komplexen Sachverhalte verständlich, aber nicht vereinfacht darzustellen. Dazu trägt auch bei, dass die fiktive Geschichte mit den Bildern von echten Anschlägen unterfüttert wird. Sehenswert!

21.11.2018, 16.49 Uhr

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