Kritik: Amsterdam-Krimi – Der Tote in der Prinzengracht

Thriller mit Katze

Der neueste ARD-Auslandskrimi macht Anleihen beim Hollywood-Hochglanz-Thriller, Hauptdarsteller Hannes Jaenicke wirkt da ein wenig verloren.  

Zürich, Barcelona, Amsterdam ...

Und noch ein neuer Auslandskrimischauplatz am Donnerstag im Ersten: Hannes Jaenicke spielt den LKA-Mann Alex Pollack, der in Amsterdam auf eigene Faust herausfinden will, was mit seiner verdeckten Ermittlerin Katja Wolf (Alice Dwyer) los ist. Obwohl er eine heimliche Liebesbeziehung mit ihr führt, hat er sie auf seinen Erzfeind, den Reeder und Drogenlogistiker Tom Fischer (Sascha Alexander Geršak) angesetzt. Keine so gute Idee, denn Pollack hat seit zwei Monaten nichts von Katja gehört. Hat Fischer sie umgedreht?

Hochglanz-Thriller

Michael Kreindls Film will mit viel Action, fiesen Gangsterbossen, glamourösen Partys und markigen Sprüchen eher Hollywood-Hochglanz-Thriller als schnöder deutscher Ermittlerkrimi sein. Das funktioniert nur bedingt, und Jaenicke wirkt als Jason-Bourne-Verschnitt manchmal ein bisschen verloren.

Die besten Momente hat er mit einer streunenden Katze, die sich in Pollacks Hotelzimmer verirrt. "Wenn Pollack ehrlich ist, mag er Tiere lieber als Menschen", so der Schauspieler, der mit viel Leidenschaft auch Reportagen über bedrohte Tiere dreht. Für das Erste war Jaenicke bereits 2016 als Ermittler im "Urbino-Krimi" im Einsatz. Der wurde nach zwei Folgen eingestellt. Ob es dem "Amsterdam-Krimi" - der zweite Film läuft nächsten Donnerstag - da anders ergeht, ist fraglich. 

Autor: Björn Sommersacher

22.11.2018, 12.21 Uhr

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