Kritik: Amokspiel

Simple Hochspannung

Die Sebastian-Fitzek-Verfilmung "Amokspiel bietet Hochspannung und ein nervenaufreibendes Psychoduell.

Abenteuerliche Prämisse

Fernseher an, Hirn aus! Unter der Bedingung funktioniert die Verfilmung von Sebastian Fitzeks Bestseller "Amokspiel" bestens. Schon die Prämisse ist abenteuerlich: Bei einer Führung durch einen Berliner Radiosender bringt ein Unbekannter (Kai Schumann) die Besuchergruppe in seine Gewalt. Er droht damit, jede Stunde eine Geisel zu erschießen. Es sei denn, die Hörer, die der Täter aus dem Studio heraus anruft, melden sich mit der richtigen Parole: "Ich höre 101.5, und jetzt lass' eine Geisel frei!"

Er will nur mit einer ganz bestimmten Polizeipsychologin verhandeln – live auf Sendung: der vom Selbstmord ihrer Tochter traumatisierten Ira Samin (Franziska Weisz). Noch abenteuerlicher wird es, als klar wird, dass sich Iras zweite Tochter vom Täter unbemerkt ebenfalls im Studio befindet und sich der Plot auch noch zum Verschwörungsthriller wandelt.

Mit Tempo!

Drehbuchautor Christoph Busche ("NSU - Die Ermittler") und Regisseur Oliver Schmitz ("Sankt Maik") bügeln routiniert jeden Stoff auf maximale Publikumswirksamkeit. Im positiven Sinne: Mit Höchstgeschwindigkeit treiben sie das Psycho-Duell von einer nervenaufreibenden Wendung zur nächsten. Dabei schaffen es Franziska Weisz und Kai Schumann sogar, ihren Figuren ein Quäntchen Tiefe abzutrotzen. Abstrus, platt ... "Amokspiel" ist alles - außer langweilig!

Autor: Stefanie Moissl

28.11.2018, 15.01 Uhr

TV-Kritik empfehlen