Kritik: Die Conners

Lang lebe die Familie!

Die beliebte Arbeiterfamilie "Conners" ist zurück - ohne Mutter und langjährge Titelheldin Roseanne, aber noch genauso spritzig wie schon in den 80ern.
 

Roseanne schoss sich ins Aus

Ab 1988 nahmen wir neun Jahre lang am Leben der Conners teil, dieser sich streitenden und liebenden Arbeiterfamilie aus Illinois, für die der Amerikanische Traum einfach nicht wahr werden will. Dreh- und Angelpunkt: die titelgebende Matriarchin "Roseanne", gespielt von Roseanne Barr. 

Die 10. Staffel im Frühjahr sorgte für gemischte Reaktionen. Insbesondere weil Barr sich selbst und ihre Serienfigur als Trump-Wählerin outete. Die dennoch schnell angekündigte 11. Staffel wurde kurz darauf abgesagt, nachdem man Barr wegen eines rassistischen Tweets gefeuert hatte. 

Neustart ohne Mutti

Nun kehrt die Serie unter dem Titel "Die Conners" zurück. Ohne die Übermutter, die man an einer Schmerzmittel-Überdosis sterben ließ. Natürlich fehlt sie. Aber sie ist nicht wirklich weg. Ehemann Dan, Schwester Jackie (nach wie vor zum Niederknien: John Goodman und Laurie Metcalf), die drei Kinder und deren Nachwuchs sowie (Ex-)Partner erinnern sich ständig an sie – mit gleichzeitigem Lachen und Weinen, das man auch als Zuschauer empfindet. 

"Was uns nicht umbringt, macht uns nur stärker!" war schon immer das Motto der Familie. Ob Arbeitslosigkeit, erniedrigende Gelegenheitsjobs, Beziehungschaos oder Reibereien zwischen Eltern und Kindern: Ihre Probleme haben sich seit 1988 kaum geändert. Roseanne ist tot – lang leben die Conners! 

Autor: Susanne Bald

3.12.2018, 14.24 Uhr

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