Kritik: Jung, blond, tot - Julia Durant ermittelt

Gemetzel in Gotham

In "Julia Durants" erstem Fall" tritt Sandra Borgmann als Ermittlerin auf - das im Krimi dargestellte Frankfurt ist allerdings weit weg von der Realität.

Chance oder Fehlgriff

Sandra Borgmann als Hauptdarstellerin einer Krimireihe – das gönnt man der kompetenten Darstellerin, die bislang meist in zweiter Reihe, aber durchaus prägnant aufspielte. Ob man die Verfilmung der Bestseller von Andreas Franz eher als Chance oder als Fehlgriff sieht, hängt stark von den Krimivorlieben des Zuschauers ab. 

Offenbar gibt es viel Bedarf nach hartem Serienkillerstoff. "Julia Durants" erster Fall lässt kaum Platz für Fantasie, um sich das Grauen auszumalen – ständig müssen abgetrennte Körperteile durch die Gegend geschleppt werden, als würden die mit jeder Szene gruseliger. 

Fragezeichen Frankfurt

Das Frankfurt, in dem die Handlung spielt, dürfte der durchschnittliche Hesse kaum wiedererkennen, besser hätte man den Ort der Handlung gleich Gotham genannt. "Eine Stadt der Finsternis" sei die Bankenmetropole in den Krimis von Andreas Frantz, erklärt die Regisseurin. Ach so. Das erklärt wohl auch, warum Pressekonferenzen der Frankfurter Polizei wirken, als würde es um die neuesten Untaten des Pinguins gehen. 

Gerne hätte man zudem auf den dummdreist mackerigen Chef unserer Heldin verzichtet, ebenso auf ihren miesmuffeligen Dreitagebart-Kollegen. Aber genug der Mäkelei, vielleicht öffnet das Format für Sandra Borgmann ja wirklich neue Türen, dann ergäbe das Gemetzel nicht nur für Genrefans einen Sinn.

6.12.2018, 8.29 Uhr

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