Kritik: Aenne Burda

Mit Stil und Gefühl

Der Zweiteiler "Aenne Burda: Die Wirtschaftswunderfrau" zeichnet sich durch tolle Kostüme und eine funkelnde Katharina Wackernagel als Titelheldin aus.

Der Affäre sei Dank

Aenne Burda hat mal gesagt, dass ihr Leben weiter in den bekannten Bahnen verlaufen wäre, wenn ihr Mann sie nicht betrogen hätte“, zitierte Drehbuchautorin Regine Bielefeldt im ARD-Interview jene Frau, die sie zu "Aenne Burda: Die Wirtschaftswunderfrau" inspirierte. 

Entsprechend emotional erzählt der prächtig ausgestatte Zweiteiler die Geschichte einer außergewöhnlichen Karriere: Aenne ist 40, Hausfrau und Mutter von drei Söhnen, als sie entdeckt, dass ihr Mann, der Verleger Dr. Franz Burda (Fritz Karl), ein Doppelleben führt. Er hat mit seiner Sekretärin eine Affäre und ein Kind. Franz hat dieser Geliebten sogar einen Verlag geschenkt – wo jenes Modemagazin produziert wird, zu dem Aenne die Idee hatte. Die stellt ihren Mann vor die Wahl: Entweder überschreibt er ihr den Verlag ihrer Rivalin, oder sie lässt sich scheiden. 

Was Frauen wollen

Mit dem richtigen Riecher für das, was Frauen in den Nachkriegsjahren wollen – praktische, aber schicke Mode zum Nachschneidern – macht sie "Burda Moden" zur erfolgreichsten Modezeitschrift der Welt. 

Dem Zweiteiler merkt man die Begeisterung der Macher für das Thema an. Die Kostüme für die vielen Modenschauen wurden im Stil der Zeit maßgeschneidert. Auch die Besetzung beeindruckt: Katharina Wackernagel gibt ihrer Figur Aenne trotzigen Verve und eine geradezu funkelnde Energie. 

Autor: Stefanie Moissl

6.12.2018, 13.16 Uhr

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