Kritik: Dogs of Berlin

Was für ein Hundsfott

Die neue deutsche Netflix-Produktion "Dogs of Berlin" fährt große Geschütze auf – und überzieht dabei an gewissen Stellen ordentlich.
 

Weniger ist mehr

Netflix fährt mit seiner zweiten deutschen Serienproduktion nach dem Mysterythriller "Dark" große Geschütze auf. Sowohl inhaltlich als auch besetzungstechnisch ist der Zehnteiler "Dogs of Berlin" ein echtes Schwergewicht. 

Es geht um Clan-Kriminalität, rechte Gewalt, Prostitution, illegale Wettgeschäfte und den Mord am Topstar der deutschen Fußballnationalmannschaft. Alles sehr drastisch, hart und mit viel Karacho inszeniert – und ganz schön überzogen. 

Irgendwie mag man ihn

Das geht bei zahlreichen unnötigen Gewaltszenen los und bei der aufgeblasenen, von Felix Kramer ("Der Zürich-Krimi") trotzdem grandios verkörperten, Hauptfigur weiter: Kurt Grimmer ist eine Katastrophe auf zwei Beinen mit Doppelleben zwischen alkoholabhängiger Ehefrau (Katharina Schüttler), Geliebter aus dem Plattenbau (Anna Maria Mühe), Wettschulden und Naziverwandtschaft. Seinen neuen Partner, den homosexuellen Deutschtürken Erol Birkan (Fahri Yardim), verprügelt er mit einer maskierten Sturmtruppe, weil er nicht mit ihm zusammenarbeiten will. 

Doch genau aus dieser unmöglichen Hauptfigur bezieht die Serie ihre Faszination. Autor und Regisseur Christian Alvart – der Mann hinter den „Tatort“-Massakern mit Til Schweiger – schafft es irgendwie, dass man den Hundsfott Grimmer mag – ein kleines Kunststück.

Autor: Björn Sommersacher

10.12.2018, 14.32 Uhr

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