Kritik: Schattengrund

Schattenspiele

Im Harz-Thriller "Schattengrund" mühnen sich die Darsteller, Spannung aufzubauen. So recht will es nicht gelingen.

Rätselsuche

Thriller im Harz sind so. Da raschelt es an allen Ecken. Stimmen flüstern, und unheimliche Gestalten ziehen seltsam gewandet durch den Wald. Ein Haus heißt hier nicht "Liebesnestchen" oder "Wolkenlaube", nein, es heißt "Schattengrund". 

Man ahnt das Böse, das Üble, das Verbrechen. Das heißt, man muss es gar nicht ahnen, man wird ständig darauf gestoßen. Das ist vielleicht die Krux dieses Filmes (Drehbuch: Elisabeth Herrmann, nach ihrem eigenen Roman), dass einem alles abgenommen wird. Kein Effekt bleibt ungenutzt. Dazu wird das Unheil so offensichtlich präsentiert, dass das Rätselhafte irgendwie auf der Strecke bleibt. 

Schlechte-Laune-Garantie

Überhaupt ist alles ein wenig zu "zu". Der Nette ist zu nett, die Schweigsame zu schweigsam, die Schlechtgelaunten sind zu schlecht gelaunt. Wenn Hintergründiges gar zu vordergründig präsentiert wird, geht nun mal die Tiefe verloren. Aus. Nichts regt sich mehr. Keine Spannung. 

Ein bisschen Mitgefühl vielleicht mit den Darstellern wie Josefine Preuß, die sich redlich, aber vergeblich müht. Ansonsten nichts, keine kleine Gruselei. Und das bei einem Thriller, der doch so unheimlich sein will. Stattdessen wird am Ende ein richtig fieses Verbrechen aufgedeckt. Und damit immerhin aufgeklärt, warum in diesem Film so viele Leute so schlecht gelaunt waren. Am Ende ist man selbst es auch.

Autor: Andreas Herden

11.12.2018, 14.02 Uhr

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