Kritik: Zersetzt – Ein Fall für Dr. Abel

Der Thriller "Zersetzt – Ein Fall für Dr. Abel" versteckt eine wirre Story hinter grober Gewalt. 
 

Eine "True-Crime-Story"

Was haben zersetzte Leichen im osteuropäischen Separatistenstaat Transnistrien und ein irrer Berliner Frauenquäler im Arztkittel gemeinsam? In beide Fälle wird Tim Bergmann als Rechtsmediziner Dr. Fred Abel verwickelt – und zwar zeitgleich. 

Wie Abel dazu kommt und was jeweils genau dahintersteckt, ist unentwirrbar komplex und widersprüchlich. Oder anders gesagt: Es ist vollkommen egal. Zumindest dem Zuschauer, der schnell merkt, dass es in diesem Thriller nach einem Roman von Michael Tsokos, seines Zeichens Rechtsmediziner und Professor an der Charité in Berlin, um Spannung und einprägsame Bilder geht, sonst aber um nix. Da hilft es wenig, wenn der Sender das Ganze als "True-Crime-Story" anpreist. 

Bis zum Schluss

Einen gewissen Schauwert kann man dem Film natürlich nicht absprechen, wobei die Übergänge zur Gewaltpornografie leider fließen. Wenn man oberflächlich genug hinguckt, bleibt die Geschichte zumindest bis zum merkwürdigen Schluss einigermaßen spannend. 

Neben Tim Bergmann macht Svenja Jung ihre Sache ordentlich als wehrhaftes Opfer, auch das Wiedersehen mit dem ewigen Haudrauf Claude-Oliver Rudolph gerät unterhaltsam. Nichtsdestotrotz fühlt man sich am Ende dieser logikfreien Fernseh-Kraftübung ziemlich zersetzt und auch ein bisschen schmutzig.

Autor: Oliver Kinser

12.12.2018, 13.29 Uhr

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