Kritik: Passagier 23

"Passagier 23" ist die zweite Verfilmung eines Sebastian-Fitzek-Romans. Drehbuchautorin Miriam Rechel und Regisseur Alexander Dierbach kreieren einen packenden Psychothriller.

Alles anders

Bei der nächsten Fitzek-Verfilmung wird alles anders, schwor man sich bei RTL, nachdem das "Joshua-Profil" im Frühjahr 2018 gnadenlos gefloppt war. 

Zwei Jahre arbeitete man an der Adaption des Thrillers "Passagier 23", in dem ein Polizeipsychologe (Lucas Gregorowicz) auf eigene Faust klären will, warum seine Frau und sein kleiner Sohn vor Jahren auf einem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwanden. Denn an Bord jenes Luxusdampfers ist ein kleines Mädchen aufgetaucht, das ebenfalls geraume Zeit verschwunden war – mit dem Stofftier von Martins Sohns im Arm. 

Lob von Fitzek

Dass man sich bei der hanebüchenen Auflösung als Zuschauer an den Kopf fasst, ist der Vorlage geschuldet. Nicht aber Drehbuchautorin Miriam Rechel ("Doc meets Dorf"), die gemeinsam mit Regisseur Alexander Dierbach ("Tannbach") tatsächlich einen hochspannenden Psychothriller schafft. Ganz ohne Längen. Aber auch ohne Tiefgang. Unheimlich, aber nicht unheimlich brutal. 

Stattdessen setzt man ganz auf die Wucht der Kulisse: das monumentale Setting eines Kreuzfahrtschiffes, die Weite des Ozeans und die bedrückende Enge unter Deck. Fitzek-Fans jedenfalls dürften dem Bestsellerautor zustimmen: "Es hat sich gelohnt, „Passagier 23“ auf hoher See auf einem vollbesetzen Kreuzfahrtschiff im hochwertigen Kinoformat zu drehen." 

Autor: Stefanie Moissl

13.12.2018, 13.47 Uhr

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