Kritik: Der Nesthocker

Die ARD-Komödie "Der Nesthocker" ist ein Film mit Herz, ohne Klamauk und Kitsch. Ein echtes Highlight zum Jahresende.

Vorbild Frankreich

Vor knapp 17 Jahren sorgte die französische Komödie "Tanguy – Der Nesthocker" über einen 28-Jährigen, der nicht daran denkt, bei seinen Eltern auszuziehen, auch hierzulande für viele Lacher. 

Im aktuellen Freitagabendfilm der ARD heißt der titelgebende Nesthocker Hendrik (Florentin Will). Er und seine herzensgute, alleinerziehende Mutter Tina (Carin C. Tietze) sind ein eingespieltes Team und beste Freunde. Hier ist es folgerichtig nicht die Frau Mama, die den jungen Mann loswerden möchte, sondern deren neuer Verehrer Armin (Francis Fulton-Smith), ein etwas verklemmter Bauzeichner in den besten Jahren, der selbst noch immer bei Mutti wohnt – und den Hendrik als unliebsamen Eindringling empfindet. 

Spaß an der Rolle

Eine ungewohnte Rolle für Fulton-Smith, der normalerweise selbstbewusste Kerle verkörpert, denen die Frauenherzen nur so zufliegen. Dass er Spaß an diesem neuen Part hat, spiegelt sich in seinem Spiel wider, es ist ein Vergnügen, zuzusehen, wie er zarte Annäherungsversuche startet, von Hendrik eingeschüchtert wird und schließlich selbst die Zügel in die Hand nimmt für seine große Liebe. 

Dabei stimmt die Chemie zwischen ihm und der nicht minder vielseitigen Carin C. Tietze. Mit dieser Komödie mit Herz, ohne Klamauk und Kitsch hat die ARD ein Jahreshighlight bis fast zum Schluss zurückgehalten.

Autor: Susanne Bald

14.12.2018, 13.10 Uhr

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