Kritik: Extraklasse

In "Extraklasse" gibt Axel Prahl einen arbeitslosen Journalisten, der als Lehrer anheuern muss. Pointen hat der Film, diese werden jedoch viel zu steif durchgebracht.

Tradition weiterführen

Das Lehrer-Genre hat im deutschen Film und Fernsehen eine lange Tradition: von "Das fliegende Klassenzimmer" über "Unser Lehrer Doktor Specht" bis hin zu "Der Lehrer" und natürlich "Fack ju Göhte". Nun hat sich auch das ZDF in die Schule gewagt und die Komödie "Extraklasse" vorgelegt. 

Axel Prahl gibt darin den arbeitslosen Journalisten Ralph Friesner, der vom Arbeitsamt dazu verdonnert wird, sich als Lehrer zu bewerben. Genommen wird er von Rektorin Dörte Wiedebusch (Aglaia Szyszkowitz), die ihm gleich ihre schwierigste Klasse aufs Auge drückt. Dort tummeln sich genregerecht allerlei "Versager" und Außenseiter, von der handysüchtigen Crystal über den türkischen Kioskbesitzer und den behinderten Norbert bis hin zum aggressiven Bomberjackenträger Mike. 

Holzhammer-Taktik

Es kommt, wie es kommen muss: Anfangs können der sich überlegen gebende Ralph und seine Schüler gar nicht miteinander, doch dann raufen sie sich zusammen und werden zu einem leuchtenden Beispiel an Inklusion, Integration und hemdsärmeliger Pädagogik. Selbst die strenge Rektorin hat, wer hätte das gedacht, ein Herz. 

Die durchsichtig-vorhersehbare Handlung wäre gar nicht so schlimm, wenn nicht jede Pointe und moralische Wendung mit dem Holzhammer nach Hause geprügelt werden würde. "Extraklasse" ist das leider nicht.

Autor: Sebastian Hagener

18.12.2018, 14.20 Uhr

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