Kritik: Es bleibt in der Familie

Die Sat.1-Komödie "Es bleibt in der Familie" lässt nach gewohntem Muster Welten aufeinanderprallen. Das ist weder innovativ, noch lustig.
 

Schema F

Aufgrund einer Verwechslung in der Arztpraxis wird einer Mutter die befruchtete Eizelle ihrer Tochter eingesetzt. Bei der ARD würde man aus der Prämisse wohl ein Medical-Drama machen. Beim Bällchensender wird eine Klamotte mit Pennälerhumor daraus. 

Irgendwas dazwischen wäre unterhaltsam gewesen. Doch die Filmemacher (Regie: Florian Knittel) kennen kein Erbarmen. Es müssen – so schreibt es das ungeschriebene Gesetz der Sat 1-Komödie vor – Welten aufeinander prallen. 

Uraltwitze und schräge Accessoires

Und so ist die werdende Mutter Lola (Andrea Sawatzki) die Karrikatur einer kiffenden, fluchenden Rockröhre, die mit knapp 50 immer noch im Mini durch die Gegend stöckelt. Ihre Tochter (Jennifer Ulrich)? Selbstredend der Gegenentwurf. Zum Spießerglück mit dem Gatten (Oliver Wnuk) fehlt ihr nur ein Baby – das nun im Bauch ihrer Mutter heranwächst. Weshalb Lola als Leihmutter fungieren soll, während Marie ihrer Umwelt eine Schwangerschaft vortäuscht. Blöderweise hat Lola mehr Bock auf ein Leben im Tourbus mit ihrem jungen "Vaginadiener", als auf neun Monate "Bruthenne in Spießertown". 

Eine Situation, die reichlich Vorlagen für schräge Gags bietet. Allein: Uraltwitze über Nachnamen ("Ständer") und aufblasbare Fake-Babybäuche, aus denen geräuschvoll die Luft entweicht, machen noch keine Pointe.

Autor: Stefanie Moissl 

19.12.2018, 14.31 Uhr

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