Kritik: Maria Theresia

Mit Herz und Humor

Mit üppigen Kostümen inszeniert "Maria Theresia" das imposante Leben der gleichnamigen österreichischen Monarchin. Einzig die Hauptdarstellerin wirkt in all dem Prunk und Protz etwas blass.

Männersache

Österreich, Mitte des 18. Jahrhunderts: Karl VI. (Fritz Karl), seines Zeichens Kaiser von Österreich, hat zwei hübsche Töchter, aber keinen männlichen Erben. Seiner Thronfolgerin Maria Theresia (Marie-Luise Stockinger) traut der Habsburger lediglich zu, für Gesandte ein Liedchen zu trällern. Die Regierungsgeschäfte aber möchten er und sein Berater Prinz Eugen (Karl Markovics) lieber in der Hand ihres zukünftigen Gatten wissen und suchen daher nach einem geeigneten Kandidaten. 

Der soll vor allem reich und mächtig sein. Franz Stephan von Lothringen ist das nicht, er ist aber der einzige Mann, den die Kaiserin in spe ehelichen will – auch wenn sie gar nicht daran denkt, ihm später das Regieren zu überlassen und darum heimlich Nachhilfe in Staatskunde nimmt. 

Keine Schattenseiten

Die von Robert Dornhelm in üppigen Kostümen und Kulissen inszenierte Biografie nähert sich einer der faszinierendsten Herrscherinnen Europas mit unerwartetem und zum Teil erstaunlich zotigem Humor. Vor allem Fritz Karl gibt Kaiser Karl VI., der von seiner Gattin mithilfe anrüchiger Bilder im Ehebett in Stimmung gebracht werden muss, mit augenzwinkernder Launigkeit. 

Schade ist nur, dass ausgerechnet Marie-Luise Stockinger in der Titelrolle bisweilen zu blass und kindlich bleibt. Und der Film die Schattenseiten der Kaiserin nahezu ausblendet.

Autor: Kristin Lenk

28.12.2018, 13.24 Uhr

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