Kritik: Partners in Crime

Die Miniserie "Partner in Crime" widmet sich einem Literaturklassiker von Agatha Christie. Nicht wirklich ein Highlight zum 125. Geburtstag der Schriftstellerin.

Alles Gute zum Jubiläum

Zu Agatha Christies 125. Geburtstag bescherte die BBC der "Queen of Crime" 2015 eine Miniserie mit ihren Romanhelden Tommy und Tuppence Beresford. Ob sich die Autorin, die den Verfilmungen ihrer Werke oft kritisch gegenüberstand, gefreut hätte? Man darf das getrost bezweifeln. 

Nicht, dass "Partners in Crime" nicht einiges mitbringt, was einen Hit ausmacht: spannende Vorlagen (Christie schrieb über das abenteuerlustige Ehepaar vier Romane und 14 Kurzgeschichten), eine tolle Ausstattung, einen hohen Produktionsstandard. Alles vergeudet. Wer die Vorlage kennt (oder die fabelhafte Adaption "Detektei Blunt" aus den 80ern), wird enttäuscht sein, dass ihm die Romanze der Hauptfiguren vorenthalten wird: Die BBC-Serie spielt in den 50ern, Tommy und Tuppence sind längst ein langweiliges Ehe- und Elternpaar. 

Es kann nur besser werden

Man muss aber kein Literaturpurist sein, um sich zu ärgern. Dafür sorgt die (Fehl-)Besetzung: David Walliams weiß als Tommy offenbar nie, ob er in einem Thriller oder in einer Komödie spielt. Jessica Raine macht als Mix aus Doris Day und Miss Marple ihre Sache kaum besser. 

Und beide haben derart wenig Chemie miteinander, dass sich Filmsohn Georgie schon einmal fragen sollte, ob er vielleicht adoptiert wurde. Ein Gutes hat das Desaster: Zu Mrs. Christies 150. kann’s eigentlich nur besser werden!

Autor: Martina Borgschulze

3.1.2019, 14.35 Uhr

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