Kritik: Die verschwundene Familie

"Die verschwundene Familie" ist eine Fortsetzung des Zweiteilers " Tod eines Mädchens" aus dem Jahr 2015. So richtig glaubwürdig ist der zweite Krimi aus dem Norden mit Heino Ferch und Barbara Auer nicht.

Das Raubein und die Sensible

Zurück in Nordholm, dem fiktiven Küsten städtchen, in dem jeder jeden kennt und längst auch jeder jedem misstraut. Erneut hat das ZDF zwei Abende freigeräumt für eine komplexe Geschichte um Verbrechen, die das soziale Gefüge an der Ostsee in den Grundfesten erschüttern.

Als zentrale Figuren machen sich Barbara Auer und Heino Ferch wieder sehr gut; sie als einheimische, mitfühlende Polizistin, er als raubeiniger Großstadtermittler mit unterdrückten Psychomacken.

Ursachenforschung

Es hilft sehr, "Tod eines Mädchens" aus dem Jahr 2015 zu kennen. Regisseur Thomas Berger geht aber wohl davon aus, dass diese Vorkenntnisse bei der Mehrheit der Krimifans vorhanden sind, denn damals schalteten bis zu acht Millionen Zuschauer ein. Der zweite Teil fuhr übrigens bessere Quoten ein als der erste. Das könnte beim neuen Zweiteiler anders sein, denn so richtig glaubwürdig ist der Fall um die kaputte Familie eines knorrigen Bauunternehmers nicht.

Schwer zu sagen, ob es eher an Dietrich Hollinderbäumers Spiel oder am etwas verworrenen Drehbuch liegt, doch dieser Charakter wirkt schlicht überzeichnet. Und auch Ulrike Krieners Part als unglückliche Gattin gewinnt bislang keine Tiefe. Zum wirklichen Mitfiebern hat dieser Teil der Geschichte also nicht eingeladen, hoffen wir auf eine positive Überraschung im Finale.

Autor: Oliver Kinser

7.1.2019, 15.40 Uhr

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