Kritik: Der Bulle und das Biest

Die neue Sat.1-Serie "Der Bulle und das Biest" erinnert stark (und oft gewollt) an den 90er-Jahre-Klassiker "Kommissar Rex". Die Neuauflage bleibt aber deutlich hinter dem Original zurück.

Cooler, schneller, männlicher

Ob man will oder nicht: "Kommissar Rex", vierbeiniger Serienheld der 90er und Nullerjahre, ist im Geiste dabei, während man als Zuschauer versucht, mit der Neuauflage warm zu werden. Und das nicht nur, weil Kommissar Elias Decker (Jens Atzorn) seinen tierischen Partner zunächst tatsächlich "Rex" nennen will. 

Der hält sich mit der speckigen Pfote peinlich berührt die Augen zu. Einzig der Namensvorschlag "Rocky" entlockt dem ständig sabbernden 50-Kilo-Bullmastiff einen gnädigen Kläffer. Vergleiche mit dem Original sind von Sat.1 beabsichtigt. Nur will man diesmal "noch cooler, noch schneller, noch männlicher" sein. 

Ein paar helle Momente

Funktioniert. Zumindest, wenn man es als cool empfindet, dass "Bestie" Rocky als erstes sein neues Herrchen anpinkelt. Und als männlich, dass das zweibeinige Alpha-Tier im Kommissariat Elias ständig brüllend an den Kragen geht. "Kommissar Rex" hätte damals aus purem Verteidigungsinstinkt Hackfleisch aus dem Gegenspieler seines Herrchens gemacht. 

Rex 2.0 entlockt das Theater oft nur ein müdes Gähnen. Dem Zuschauer auch. Dennoch: Zwischendrin blitzt immer wieder Witz auf, nimmt die Handlung eine unvorhersehbare Abzweigung. Zumindest sticht die rotzigfreche Serie aus der homogenen Masse der SOKO- und Städtekrimis heraus. Nicht der schlechteste Anfang.

Autor: Stefanie Moissl

8.1.2019, 13.42 Uhr

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