Kritik: Hubert ohne Staller

Vermisst: Staller

Die Krimiserie "Hubert und Staller" geht ohne eine der zwei Hauptfiguren weiter. Schnell wird klar: Helmfried von Lüttichau alias Staller fehlt der Serie schon jetzt.

Neuer alter Partner

Sieben Jahre waren sie ein Traumpaar. Dann trennten sich die Wege von Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau alias Hubert und Staller. Zugegeben: Sich nach einer derart langen Zeit an einen neuen Mann an Huberts Seite zu gewöhnen, fällt schwer. Und das nicht nur, weil der ausgestiegene Schupo im Serientitel nach wie vor präsent ist. 

Nein, Huberts künftiger Partner, der ehemalige Revierleiter Girwidz (Michael Brandner), ist ein ganz anderer Charakter als sein Vorgänger. Statt mit Bauernschläue und Schulbubengrinsen besticht er durch preußische Korrektheit und Sauertopfmiene. Als "geistigen Kleingärtner" bezeichnet Brandner seine Figur treffend. 

Halb voll oder halb leer

Sein erster Feld-Waldund-Wiesen-Einsatz schmeckt dem früheren Schreibtischtäter allerdings recht gut. Um den Tod einer Schnapsbrennerin zu klären, stellt sich das Chaos-Duo selbst an die Destille. Dabei jagen die Dorfgendarmen nicht nur ihr Büro in die Luft, sondern produzieren auch ein geistreiches Tröpfchen. 

Ist das Glas nun halb voll oder halb leer? Schlecht macht der neue Kollege seine Sache als Verbrecherjäger nicht. Aber als Dienststellen-Despot war er doch glaubwürdiger als in der Rolle des Brandner-Kasper. Und weil die mundartlich gefärbten Kabbeleien des Stamm-Duos fehlen, ist auch das Lokalkolorit der Serie dahin. Staller, wir vermissen dich!

Autor: Florian Büttner

9.1.2019, 16.03 Uhr

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