Kritik: 6 Mütter

Das Vox-Format "6 Mütter" geht in Staffel drei. Als Personality-Doku hat die Sendung durchaus einige Höhepunkte zu bieten.

Diskussion und Tränen

Als "Liebeserklärung an die Mütter" bezeichnet Sängerin Ute Lemper das Vox-Format, bei dem sie auch in Staffel drei als Gastgeberin fungiert. Das wäre freilich nur halb so zugkräftig, wenn die Gäste des Weltstars aus Münster nicht ebenfalls zumindest halbwegs prominent wären. 

Gemeinsam sehen sich die "6 Mütter" Ausschnitte aus den Alltags-Porträts an, für die ein Kamerateam die Familien begleitete. Danach wird diskutiert, gelacht und ab und zu auch mal geweint. Dabei geht es überraschend herzlich zu. Vor allem aber auch offen. Was die Frauen von sich preisgeben, ist meist weit weg von dem auf PR-Tauglichkeit getrimmten Blabla, das in Interviews so oft zu lesen ist. 

Zwei Welten

Designerin Sarah Kern erzählt von ihrer Hilflosigkeit, als ihr Sohn in der Schule gemobbt wurde. Schauspielerin Sila Sahin berichtet freimütig von den weniger romantischen Seiten der Schwangerschaft und ihrer Verzweiflung nach einer Fehlgeburt. Schauspielerin Anouschka Renzi erlebt gerade den Abnabelungsprozess von ihrer 20-jährigen Tochter. 

Abgesehen davon ist der Alltag der Promi-Mütter jedoch so weit von dem der meisten Zuschauerinnen entfernt, wie Jessica Stockmanns Zuhause in Hamburg von ihrem Wohnsitz in Monaco. Als "Liebeserklärung an die Mütter" funktioniert "6 Mütter" deshalb weniger, als Personality-Doku dagegen bestens.

Autor: Stefanie Moissl
 

15.1.2019, 13.30 Uhr

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