Kritik: Die Unsichtbaren

Das Dokudrama "Die Unsichtbaren" zeigt die Geschichte vier junger deutscher Juden, die im Berlin von 1943 untertauchen. Eine zurückhaltende und doch emotionale Inszenierung.

Mut, Glück, Hilfsbereitschaft

Man könnte aus dieser Geschichte auch einen großen Kinofilm machen, der Spannung und Emotion vereint, Leid und Grausamkeit ebenso zeigt wie Mitmenschlichkeit und Überlebenswillen. Doch der Regisseur und Drehbuchautor Claus Räfle und seine Co-Autorin Alejandra López haben sich für eine Mischung aus dokumentarischen und Spielfilm-Elementen entschieden. 

Die "Unsichtbaren", von denen sie erzählen, das sind vier junge deutsche Juden, die 1943 in Berlin untertauchten und unter anderen Identitäten versuchten, den Nazi-Häschern zu entgehen. In Spielszenen werden wir Zeuge, wie Cioma Schönhaus (Max Mauff), Hanni Lévy (Alice Dwyer), Ruth Arndt (Ruby O. Fee) und Eugen Friede (Aaron Altaras) mit Cleverness, Mut, Glück und nicht zuletzt auch dank der Hilfe von Mitbürgern, die so ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten, überleben konnten. 

Zurückhaltend emotional

Verwoben sind diese Szenen mit Interviews, die die Filmemacher Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg mit diesen vier Überlebenden geführt haben. Es ist Räfle hoch anzurechnen, dass er aus diesem oft unglaublich erscheinenden Material eben nicht "nur" ein spannendes Drama gemacht hat. 

Die Zurückhaltung, mit der die Spielszenen inszeniert sind, ergibt in Verbindung mit den Interviews eine umso größere emotionale Wirkung.

Autor: Sebastian Hagner

16.1.2019, 13.57 Uhr

TV-Kritik empfehlen