Kritik: Kühn hat zu tun

Grimme-Preisträger Ralf Huettner hat aus Jan Weilers Roman "Kühn hat zu tun" einen starken Fernsehfilm gemacht, mit einem emotionalen Thomas Loibl und einem überraschenden Finale.

Kühner Kommissar

Tatsächlich beschäftigt den guten Kommissar Kühn (Thomas Loibl) so einiges: In seiner Nachbarschaft wurde ein kleines Mädchen entführt, direkt hinter seinem Garten wird ein Toter gefunden. 

Aber auch privat ist Kühn ordentlich eingespannt: Sein schickes Reihenhaus in der Neubausiedlung ist auf verseuchtem Grund errichtet, die Beziehung zu seinem Sohn, der mit einer rechtextremen Clique anbandelt, ist schwierig, und dann quälen ihn auch ganz schön rätselhafte Flashbacks aus seiner Vergangenheit – und ziemlich fiese Ohrwürmer ("Cheri, Cheri Lady"). 

Überraschende Auflösung

Grimme-Preisträger Ralf Huettner ("Dr. Psycho") hat aus Jan Weilers gleichnamigen Roman einen vielschichtigen Fernsehfilm gemacht: Auf den ersten Blick ein Krimi, bei näherem Hinsehen das Psychogramm eines Mannes im besten Alter, dem sein Leben über den Kopf wächst.

Thomas Loibl spielt grandios, mit viel Fingerspitzengefühl und einer breiten Emotionspalette lässt er Kühn dem verdrängten Trauma auf die Spur kommen: "Nach und nach kommt etwas nach oben wie die Giftsuppe im Keller der Reihenhäuser, die ja auf dem Gelände einer alten Munitionsfabrik gebaut wurden. Die Vergangenheit drückt sich durch alle Schichten nach oben, eben auch in Kühns Kopf." Starker Film, das Finale mit der überraschenden Auflösung ist kinoreif! 

Autor: Björn Sommersacher

30.1.2019, 14.30 Uhr

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