Kritik: Krauses Hoffnung

Horst Krause brilliert im sechsten Film der Reihe erneut als liebenswerter Eigenbrötler. 

Armer Hottie!

Eigentlich möchte der pensionierte Polizist Krause (Horst Krause) sein geliebtes Schönhorst nie verlassen. Stattdessen muss er im sechsten Film der Reihe auf die Reise gehen. Das Ziel: Pommern, die alte Heimat seiner Schwester Elsa. Sie wird zunehmend vergesslicher – und dahinter steckt nicht, wie vermutet, ihr Kümmelkonsum.

Vielmehr leidet die rüstige Dame offenbar an beginnender Demenz. Die Fahrt nach Polen soll glückliche Erinnerungen wecken. Und tatsächlich: Elsa blüht förmlich auf. Doch zurück in Schönhorst erwartet Krause eine böse Überraschung: Sein ungeliebter Schwager Rudi (Tilo Prückner) hat in seiner Abwesenheit den elterlichen Gasthof ver-scherbelt.

Eigenbrötler mit Herz

Maulfaul, muffelig, eigensinnig, zukunftsfeindlich - und dennoch durch und durch liebenswert: Diese widersprüchlichen Eigenschaften in sich zu vereinen, schafft wohl nur Zuschauerliebling Krause. Vielleicht passt unter den hosenträgerbespannten Buletten-Bunker des Eigenbrötlers schlicht ein besonders großes Herz? Herrlich unaufgeregt spielt Horst Krause abermals das Brandenburger Original – ohne viel Worte, dafür mit pfundiger Präsenz. Einzig den schlaksigen Schlunzke vermisst man schmerzlich im Dorfgefüge. Andreas Schmidt, der ihn verkörperte, starb 2017 und war letztmals in "Krauses Glück" zu sehen.

Autor: Florian Büttner

1.2.2019, 13.00 Uhr

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