Kritik: Kitchen Impossible

Auch in der vierten Staffel der Koch-Show "Kitchen Impossible" geht es wieder heiß her. Tim Mälzer und Ali Güngörmüs machen den Anfang – ein klasse Duell.

Emotionale Starköche

Ali Güngörmüs kämpft mit den Tränen. Kein seltener Anblick bei "Kitchen Impossible". Meist bekommen Tim Mälzer und seine Koch-Konkurrenten feuchte Augen, wenn die Aufgabe unlösbar zu sein scheint – oder wenn sie Zwiebeln schneiden. 

Güngörmüs, der erste Sternekoch mit türkischen Wurzeln in Deutschland, aber muss weinen, weil er über seinen Mentor spricht: den Münchner GastroPapst Karl Ederer. Tim Mälzer unterbricht den rührenden Moment "mit ein bisschen Tourette". Nein, durch Political Correctness zeichnet sich auch Staffel vier des Kochwettstreits nicht aus. Mälzer benutz reichlich F*-Worte und tituliert seinen Kontrahenten als "Klischee-Türken". Der nennt ihn im Gegenzug "Rotfettchen". 

Keine Zeit für Nettigkeiten

Nach dem Austausch von Höflichkeiten gibt es wieder das, was das Format so grandios macht: einen weltoffenen Blick in fremde Kochkulturen. Eingefangen in starken Bildern, unterlegt mit klug ausgewählter Musik. 

Während sich Mälzer u.a. in Athen an Baklava abarbeitet, muss sich Güngörmüs in der Steiermark einem Eimer Schweineblut stellen. Er soll Bluttommerl kochen. "Und das als Moslem", stöhnt er – und Mälzer wird doch tatsächlich kurz unruhig, ob er eine Grenze überschritten hat. "Alles gut", sagt Güngörmüs am Ende und nimmt Mälzer in die Arme. So sieht Respekt aus. Respekt!

Autor: Martina Borgschulze

4.2.2019, 13.16 Uhr

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