Kritik: Die Toten vom Bodensee

"Die Toten vom Bodensee: Stumpengang" beginnt spektakulär mit einem grausigen Mord. Das bleibt der einzige echte Höhepunkt in einem eher mittelmäßigen Krimi. 

Genre-Exkurs

Fernseh-Krimis wildern heutzutage gern mal ein bisschen im Horrorgenre: grauenhafte Mordserien, irre Serienkiller, gruselige Rituale. Letzteres Motiv benutzt Drehbuchautor Timo Berndt für den Auftakt des achten "Die Toten vom Bodensee"-Films. 

Den titelgebenden "Stumpengang" erläutert ein Lehrer seiner Schulklasse während einer Nachtwanderung durch den Wald. Das uralte Grauen (für uns Zuschauer in Zwischenschnitten horrorfilmartig bebildert) macht schnell dem gegenwärtigen Platz, als eine Schülerin im Wald auf eine Leiche stößt. Die Kommissare Micha Oberländer (Matthias Koeberlin) und Hannah Zeiler (Nora Waldstätten) sowie der zurückgekehrte Kollege Komlatschek (Hary Prinz) können sich vor Verdächtigen bald kaum noch retten.

Mehr Familiendrama als Krimi 

Nach dem mehr oder weniger spektakulären Auftakt entwickelt sich der "Stumpengang" eher zu einem Familiendrama, das zwar verwickelt und wendungsreich ist, aber nur wenig Interesse oder gar Spannung generiert. 

Und die Ermittler? Zeiler versucht noch immer, ihre traumatische Familiengeschichte aufzuarbeiten, während sich Oberländer wohl oder übel mit dem Auseinanderbrechen seiner Ehe abfinden muss. Die (vorerst nur freundschaftliche) weitere Annäherung der beiden ist noch das Interessanteste an diesem ansonsten mittelmäßigen Krimi.

Autor: Sebastian Hagner

5.2.2019, 14.03 Uhr

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