Kritik: Toni, männlich, Hebamme

In der neuen ARD-Reihe "Toni, männlich, Hebamme" spielt Leo Reisinger einen sympathischen Entbindungshelfer. Der Auftakt zur Sendung ist allerdings etwas zu schräg geraten.

Toni, männlich, nervig

Das ZDF hat "Lena Lorenz" und Dorfhelferin Katja in "Frühling". "Toni, männlich, Hebamme" in der ARD ist praktisch beides in Personalunion – und wie der Titel schon sagt eben ein Kerl. Einer mit dem Herz auf dem rechten Fleck. 

Auch er praktiziert in einer bayerischen Idylle. Da wo die Menschen "naa" statt "nein" sagen und in den Blumenkästen meist Geranien wachsen. Eigentlich ist "ois super" bei ihm. In Wahrheit hat der Familienvater aber gerade Ehe und Job in den Sand gesetzt und muss wie früher als "Taxi Toni" in München seine Runden drehen. Da erscheint dem gelernten Entbindungspfleger das Angebot von Gynäkologin Luise (Wolke Hegenbarth), in ihre Praxis einzusteigen, wie ein Sechser im Lotto. 

Reisinger punktet

Leo Reisinger ist die Idealbesetzung für den sympathischen, immer etwas ratlos dreinblickenden Titelhelden. An ihm liegt es nicht, dass der Auftakt der Filmreihe zwischen nervig und unglaubwürdig pendelt. Dass Toni einem werden Vater verrät, dass seine Ex ihm nicht nur die Schwangerschaft, sondern auch ihre Herzkrankheit verschwiegen hat, wäre in der Realität das Ende seiner Karriere. 

Im Film kommt dieses Ende stattdessen fast durch einen Konflikt, der gar keiner ist: Toni verbindet mit Luise eine heiße Nacht – an die sie sich aber nicht erinnert. Künftig darf es bei den Streithähnen gerne etwas weniger absurd zugehen.

Autor: Stefanie Moissl

8.2.2019, 14.00 Uhr

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