Kritik: Walpurgisnacht

Regisseur Hans Steinbichler inszeniert in "Walpurgisnacht – Die Mädchen und der Tod" einen atmosphärischen Krimi mit abgründigen Charakteren. Für Krimifans bestens geeignet.

Zeitgeschichte inklusive

Serienkiller mit einer Vorliebe für junge, attraktive Frauen treiben montags im ZDF regelmäßig ihr Unwesen. Auch das Personal hat man schon unzählige Male anderswo ermitteln sehen. Dennoch ist "Walpurgisnacht – Die Mädchen und der Tod" – ja, auch der Titel wurde bereits x-fach variiert! – kein Krimi von der Stange. 

Die Autoren Christoph Silber und Thorsten Wettcke verweben einen typischen Kriminalfall mit deutsch-deutsch-Zeitgeschichte zum Zweiteiler. 

Atmosphärisch abgründig

Ronny (Theo Trebs), der in Verdacht gerät, sein blutiges Unwesen im Harz zu treiben, ist der Sohn eines Funktionärs (Godehard Giese) bei der staatstragenden SED-Partei. Der tut alles, um seinen Sprössling zu schützen. Doch Hauptmann Wieditz (Jörg Schüttauf) und Polizist Albers (Ronald Zehrfeld) widersetzen sich der offiziell erwünschten Version eines Unfalls. Und so steht im Protokoll "ungeklärte Todesursache". Was im weiteren Verlauf eine Profilerin (Silke Bodenbender) aus der "BRD" auf den Plan ruft. 


Regisseur Hans Steinbichler, erklärter Fan des Kultschockers "Schweigen der Lämmer", inszeniert die deutsch-deutschen Ermittlungen mit atmosphärischen Bildern vom Harz und abgründigen Charakteren. 
Entstanden ist ein zwar gemächlich erzähltes, aber dennoch soghaftes Ganzes, bei dem Krimifans auf ihre Kosten kommen.

Autor: Stefanie Moissl

19.2.2019, 13.30 Uhr

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