Kritik: Familie Wöhler auf Mallorca

Die Wanderdramödie "Familie Wöhler auf Mallorca" zeigt einen ulkigen Familienkonflikt. Für Fans von zwistigkeiten à la Münsteraner "Tatort" mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers.
 

Wandersunlust

"Freunde sind Gottes Entschuldigung für die Familie", soll Oscar Wilde einmal gesagt haben. Hatte der Dichter-Dandy Recht, dann müssen die Mitglieder der Familie Wöhler eine ganze Menge Freunde haben. Denn in ihrem Beziehungsgeflecht knirscht es gewaltig. 

Ein gemeinsamer Trip in Mallorcas Berge soll Abhilfe schaffen. Klar, das kennt man ja von den eigenen Familienausflügen: Einmal kurz gemeinsam in der Pampa geschwitzt – und schon sind alle Konflikte behoben. Nein? Bei den Wöhlers auch nicht. 

Für die Optik

Patriarch Helmut (Michael Gwisdek) zwingt den Jüngeren Meinung und Willen auf. Sein 60-jähriger Sohn Klaus (Harald Krassnitzer) ist irgendwie immer noch Kind. Und dessen Tochter Stefanie (Jennifer Ulrich) verzweifelt daran, für die störrischen Kerle – zu denen auch noch ihr verstoßener Bruder zählt – alles regeln zu müssen. Dazu dudelt unheilverkündend Morricones "Addio A Cheyenne" aus "Spiel mir das Lied vom Tod". 

Man darf aber beruhigt sein: Das Ende ist unblutig. Das Drehbuch zu dieser gemächlich erzählten Wanderdramödie schrieben Jan Hinter und Stefan Cantz. Die haben den Münsteraner "Tatort" miterfunden. Wer also die Zwistigkeiten von Thiel und Boerne schätzt, wird seine Freude an den Wöhler’schen Streitigkeiten haben. Alle anderen können sich an der wunderbaren Kulisse erfreuen. 

25.2.2019, 15.05 Uhr

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