Kritik: Dead End

In "Dead End" glänzen Antje Traue und Michael Gwisdek als skurilles Vater-Tochter-Gespann: Sie Gerichtsmedizinerin, er Leichenbeschauer. Kurios, erfrischend, Fortsetzung erwünscht.

Dr. Seltsam 

Emma (Antje Traue) ist eine wortkarge Gerichtsmedizinerin, die zwar mit "CSI"- Methoden glänzt, zwischenmenschlich aber regelmäßig für Kühlhausatmosphäre sorgt. Was Frau Dr. Kugel gar nicht mag, sind Fehler. Die macht ihr Herr Papa, Dr. Peter Kugel (Michael Gwisdek), der mit einer beginnenden Demenz zu kämpfen hat, aber trotzdem noch als Leichenbeschauer im Keller seiner Villa arbeitet. 

Zu seinem 75. Geburtstag besucht Emma ihren Vater in ihrer Heimatstadt Mittenwalde in Brandenburg – und bleibt. Warum? Das wird nicht so ganz klar. Hat vielleicht etwas mit ihrem Freund in den Staaten zu tun? Oder mit den Knochen eines Obdachlosen, die sie in Papas Kühlschrank findet? 

Kunstvoll

Vieles in der sechsteiligen Serie bleibt vage, unbestimmt und offen. Die Figuren sind herrlich skurril, die Farben gedeckt, die Kameraeinstellungen kunstvoll und die Dialoge sitzen. Und natürlich geben Traue und Gwisdek ein famoses Vater-Tochter-Gespann ab. 

Neben der Frage nach Emmas Motivation und ihrem Freund in den Staaten, gibt es in jeder Folge einen neuen kuriosen Mordfall in Mittenwalde. Inszeniert hat die Serie der Österreicher Christopher Schier ("Wir sind Kaiser"). Ob das erfrischende Format eine Sackgasse ("dead end") ist, oder ZDFneo Nachschub produziert, steht noch nicht fest. Wünschenswert wäre es.

Autor: Björn Sommersacher

27.2.2019, 15.51 Uhr

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