Kritik: Bella Germania

"Bella Germania" ist ein dreiteiliges Familienmelodram nach einem Roman von Daniel Speck, das nur knapp am Kitsch vorbeischrammt.
 

Der lange Blick zurück 

Amore, destino, segreto – Liebe, Schicksal und Geheimnis: So sind die drei Teile von "Bella Germania" überschrieben. Große Wörter, die leicht auch etwas Pathetisches haben können. Ambitioniert gibt sich der von Gregor Schnitzler ("Lotte am Bauhaus") inszenierte Dreiteiler allemal. Rund 60 Jahre deutsch-italienischer Geschichte werden hier verhandelt, auf privater wie politischer Ebene. 

Los geht es in der Gegenwart, in der die junge Designerin Julia von einem alten Mann angesprochen wird, der sich als ihr Großvater Alexander vorstellt und mit seinem Sohn Vincenzo sprechen will – Julias Vater, von dem ihre Mutter ihr immer erzählt hatte, dass er lange tot sei. In der ersten von vielen Rückblenden wird erzählt, wie Alexander in den 50er-Jahren als Ingenieur nach Italien kam und sich in die Dolmetscherin Giuletta verliebte. 

Culture-Clash

Das Skript schrieb Daniel Speck nach seinem eigenen Roman. Der Drehbuchautor hat sich mit "Meine verrückte türkische Hochzeit" und der Adaption von "Maria, ihm schmeckt’s nicht!" als eine Art Spezialist für Culture-Clash-Stoffe etabliert. Er schneidet von der Gastarbeitersituation über Emanzipation bis hin zu den politischen Wirren der 70er viele Themen an, ohne sie zu vertiefen. 

"Bella Germania" funktioniert so vor allem als gefühliges Familienmelodram, das knapp am Kitsch vorbei schrammt.

Autor: Sebastian Hagner

11.3.2019, 14.53 Uhr

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