Kritik: Ewige Helden

In der Vox-Show "Ewige Helden" treten ehemalige Spitzenathleten gegeneinander an. Ein Format, das mehr Aufmerksamkeit verdient hat, als es in der aktuellen Staffel bekommt.
 

Kehrseite der Medaille 

Es war eine DER Szenen der Olympischen Spiele 2012: Nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung unterlag Shin-A Lam im Halbfinale des Degenfechtens Britta Heidemann. Die Südkoreanerin blieb auf der Planche sitzen. Über eine halbe Stunde lang. Und weinte. Die Sympathien im Saal waren – klar – auf Seiten der Unterlegenen. 

Britta Heidemann verlor später den Kampf um Gold. Auch, weil sie seelisch angeschlagen war. "Es ist einfach nicht schön, wenn man den Hass der Menschen spürt", kommentiert sie diesen Moment ihrer Karriere sichtlich emotional. 

Das Personal stimmt

Es ist eine Stärke der "Ewigen Helden", auch die Kehrseite der Medaille zu zeigen. Doch Staffel 4 fuhr bislang keine guten Quoten ein. An der Besetzung kann das nicht liegen: Neben Heidemann sind u.a. Eishockeyspieler Christian Ehrhoff (SilberHeld von Pyeongchang) und Bobanschieber Kevin Kuske (tanzte gerade bei Sat 1 auf dem Eis) dabei. Namen, die man kennt. 

Liegt’s daran, dass die Sportler nicht vorgeführt werden, sich mit Respekt begegnen und keine Maden essen? Das wäre wirklich schade. Denn "Ewige Helden" ist auch im vierten Jahr sehenswert. Nur an den eingeblendeten Infos sollte Vox arbeiten. Wenn Britta Heidemann ihren Wettkampf analysiert und dabei am Bildrand "spielt Orgel" erscheint, ist das unfreiwillig komisch.

Autor: Martina Borgschulze

13.3.2019, 13.46 Uhr

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