Kritik: Die Freundin meiner Mutter

Die ARD-Komödie "Die Freundin meiner Muter" greift vieles Rund um die Themen Regenbogenfamilien und Geschlechterrollen auf. Dabei bleibt jedoch eins auf der Strecke: die Geschichte.

Es bleibt in der Familie 

Regenbogenfamilien schaffen ganz neue Probleme: Jan (Max Riemelt) etwa verliert in schöner Regelmäßigkeit seine Traumfrauen an seine attraktive, dominante, lesbische Mutter Victoria (Katja Flint). Die wiederum will mit Lebensgefährtin Rosalie (Antje Traue) Nachwuchs zeugen – möglichst mit dem Samen ihres Sohns. Was ja irgendwie "wie Inzest" ist, wie Jans WG-Genossin Hannah (Jasna Fritzi Bauer) findet. 

Um die Komplikationen perfekt zu machen, ist sie heimlich in Jan verliebt. Sich auflösende Geschlechterrollen, sexuelle Identitäten, die Neu-Definition von Familie – all diese Themen will der ARD-Film "leichten Herzens" (O-Ton Traue) verhandeln. Und verliert dabei die Figuren aus den Augen. 

Einfach nur mittelmäßig

Dass Hannah und Jan füreinander bestimmt sind, behauptet zwar das Drehbuch (Martin Rehbock, Philip Voges, Kirsten Peters). Auf die Zuschauer überträgt sich dieses Gefühl jedoch nie. Ebensowenig nachvollziehbar ist, warum die selbstbewusste Rosalie die doch reichlich übergriffige Victoria liebt. 

Der Komödie mangelt es nicht an Gags (wenn Jan in jene Tasse onanieren soll, aus der er "als Kind immer Kakao getrunken hat", ist das schon irgendwie witzig). Aber die Autoren haben vergessen, ihr ein Herz zu geben. So ist ein Film, der hätte großartig sein können, einfach nur mittelmäßig geworden.

Autor: Martina Borgschulze

14.3.2019, 13.47 Uhr

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