Kritik: American Gods

Trotz einiger tiefgreifender Veränderungen im Vergleich zu Staffel 1 ist die Serie "American Gods" vor allem dank grandioser Darsteller überaus sehenswert.
 

Götterdämmerung 

Lange mussten Fans auf die zweite Staffel der Serienadaption von Bestsellerautor Neil Gaiman warten. Grund dafür waren nicht nur die aufwendigen Effekte, sondern auch Turbulenzen hinter den Kulissen. 
Die ausführenden Produzenten Bryan Fuller und Michael Green verließen die Show aufgrund von Termin- und Budgetstreitigkeiten – und ohne Fuller hatten auch Stars wie Gillian Anderson (Media) und Kristin Chenoweth (Easter) kein Interesse mehr. 

Falsches Spiel

Gelohnt hat sich das Warten trotzdem, wie die Auftaktfolge zu Season zwei zeigt: Mr. Wednesday alias Odin (Ian McShane) lädt im kuriosen "House on the Rock" zahlreiche alte Götter zu einem Treffen ein, um sie für seinen bevorstehenden Krieg zu gewinnen. Doch auch die Gottheiten der Moderne unter der Führung des undurchsichtigen Mr. World (herrlich unangenehm: Crispin Glover) sind nicht untätig. Während Shadow Moon (Ricky Whittle) weiterhin staunend versucht, seinen Platz in Wednesdays Plan zu finden, wittert seine untote Gattin Laura (Emily Browning) ein falsches Spiel. 

Auch wenn die neuen Showrunner nicht ganz Fullers Gespür für umwerfende Bildsymbolik haben, ist "American Gods" auch weiterhin ein schräger, opulenter Augenschmaus. Und nicht zuletzt wegen der grandiosen Darsteller überaus sehenswert.

Autor: Kristin Lenk

15.3.2019, 13.50 Uhr

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