Kritik: Hallo Schatz!

Es wird repariert, restauriert und recycelt: Mit "Hallo Schatz" gestaltet die ARD ihr neues Nachmittagsprogramm nach dem ZDF-Vorbild "Bares für Rares". Der Nutzen der Show erschließt sich dabei überhaupt nicht.
 

Eiche depressiv 

Rund ein Kilogramm Müll pro Tag, also über 360 Kilo pro Jahr, produziert jeder von uns. Das erklärt Oliver Petzokat zu Beginn von "Hallo Schatz". Sein Rezept gegen die Verschwendung: Reparieren, Restaurieren, Upcycling. Aus alt mach neu, also. 

Die ARD geht mit gutem Beispiel voran und bastelt aus Formaten der ZDF-Konkurrenz (den Quotenhit "Bares für Rares" und die solide laufende Reparaturshow "Kaputt und ... zugenäht!") ihr neues Nachmittagsprogramm. 

Dringend aufmöbeln!

Oliver Petzokat lässt Dachbodenfunde aufmöbeln und verkauft sie weiter. Der sympathische, enthusiastische Moderator ist der einzige Pluspunkt der zähen Auftaktfolge. Während die Zuschauer bei "Bares für Rares" viel über Punzen, Gießereistempel und Porzellan-Marken erfahren und gut nachvollziehen können, wie es zur Wertfindung kommt, ist der praktische Nutzen bei "Hallo Schatz!" gleich null. 

Wie viele von uns haben wohl einen seltenen Flipper im Keller – und schlappe 1500 Euro übrig, um ihn generalüberholen zu lassen? Oder einen Tischler in der Nachbarschaft, der aus Großmutters Massivbett aus "Eiche depressiv" eine schicke Bank zaubert? Und welche Aufgabe eigentlich die Kunsthistorikerin Victoria Beyer hat, erschließt sich nach der ersten Folge auch nicht. Dieses Showformat muss dringend aufgemöbelt werden.

Autor: Martina Borgschulze

20.3.2019, 14.05 Uhr

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