Kritik: Gegen die Angst

Der ZDF-Film "Gegen die Angst" greift das Thema der Clan-Kriminalität auf. Die Hauptdarsteller überzeugen, Dialoge und Plot wirken allerdings sehr konstruiert.

Für die Emotion 

Kriminelle Clans sind seit Jahren ein Thema in Deutschland. Politiker, Gesetzeshüter, Talkshows und Serien ("4 Blocks") befassen sich damit – und nun auch das ZDF mit seinem TV-Film "Gegen die Angst". Nadja Uhl spielt darin die Berliner Staatsanwältin Schrader, die gegen den aus dem Libanon stammenden Al-Fadi-Clan ermittelt. 

Als der Polizist Wiegand bei dem Versuch, ein Mitglied der kriminellen Familie festzunehmen, niedergeschossen und schwer verletzt wird, ist Schrader nicht nur beruflich betroffen: Sie hatte mit dem verheirateten Mann eine heimliche Liebesbeziehung. Das bleibt auch dem ermittelnden Kommissar Montag (Dirk Borchardt) nicht lange verborgen, der zunächst nicht so recht weiß, was er von der cleveren, aber eben auch ziemlich emotional vorgehenden Staatsanwältin halten soll. 

Kapitulation

Die Stärke des von Andreas Herzog inszenierten Films sind die beiden Hauptdarsteller, die aus Charakteren, die man so oder so ähnlich schon oft gesehen hat, noch das Bestmögliche machen. Problematisch sind die hölzernen Dialoge und der konstruierte Plot: Ausgerechnet eine Verwandte des Täters arbeitet bei der Polizei, und ausgerechnet sie ist die einzige Zeugin, die ihn am Tatort gesehen hat. 

Am Ende wird der Fall ganz auf der emotionalen Ebene gelöst – das wirkt inhaltlich wie eine Kapitulation.

Autor: Sebastian Hagner

26.3.2019, 13.40 Uhr

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