Kritik: Quicksand

Die schwedische Serie "Quicksand" wird häufig mit der Netflix-Produktion "Tote Mädchen lügen nicht" verglichen. 

Größer als alle 

Schon im Vorfeld wurde "Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen" als schwedische Antwort auf "Tote Mädchen lügen nicht" beschrieben. Jene US-Serie also, die 2017 für heftige Kritik sorgte, da sie den Freitod einer Schülerin thematisiert und sie in gewisser Weise zur Heldin stilisiert. 

"Quicksand" beginnt mit einem Amoklauf in einem Klassenraum. Die einzige Überlebende – und allem Anschein nach die Täterin – ist die 18-jährige Maja. Beide Netflix-Produktionen beruhen auf Jugendromanen, die Ähnlichkeit der Titel findet sich allerdings nur in den wenig kreativen deutschen Versionen. 

Gar nicht nötig

"Quicksand“ heißt im Original "Störst av allt", also "Größer als alle", "Tote Mädchen …" dagegen schlicht "13 Reasons Why" – "13 Gründe, weshalb". Beide Serien erzählen rückwärts die Geschehnisse, die zur Katastrophe führten. In "Quicksand" allerdings geschieht das ruhiger, stärker beobachtend und weitestgehend ohne zu verurteilen. 

Vielleicht ist sie einfach "europäischer"? Die Kamera jedenfalls nähert sich ihrer Protagonistin ähnlich behutsam wie in dem ebenfalls auf Netflix abrufbaren italienischen Teenager-Drama "Baby". Vergleiche hat "Quicksand" aber eigentlich gar nicht nötig. Die schwedische Produktion ist intelligent erzählt und lebt vor allem von ihren tollen Jungdarstellern, allen voran Hanna Ardéhn als Maja.

Autor: Susanne Bald

11.4.2019, 9.39 Uhr

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