Kritik: Papa hat keinen Plan

"Polizeiruf"-Star Lucas Gregorowicz bemüht sich, die Vater-Tochter-Operette "Papa hat keinen Plan" mit couragiertem Spiel auf Kurs zu bringen, scheitert aber am schwachen Drehbuch.

Zu viel Harmonie(n)

Ein Klavier, ein Klavier! Die Freude über das Instrument, das Jan (Lucas Gregorowicz) restauriert und wohlbehalten zur Kundin nach Italien transportiert hat, ist groß. Doch bald kommt es zu Misstönen: Nicht nur das Klavier ist verstimmt, auch zwischen Jan und seiner entfremdeten Tochter Mia (Bianca Nawrath), die er notgedrungen in den Ferien hütet, gibt es manch Dissonanz. 

Sie ist sauer, dass er sich nach der Scheidung kaum um sie gekümmert hat. Ihm passt nicht, dass seine "bambina" mit den einheimischen Casanovas flirtet. Als dann auch noch die Freundin und seine besorgte Exfrau im Urlaubsdomizil auftauchen, ist es mit "Bella Italia" endgültig vorbei. 

Parallelen zu Clayderman

Papa wird’s schon richten? Diesmal leider nicht. "Polizeiruf"- Kommissar Lucas Gregorowicz bemüht sich als chaotischer Instrumentenbauer zwar redlich, auf der Klaviatur der Gefühle zu spielen, scheitert aber am schwachen Drehbuch. Auch Bianca Nawrath folgt als zickiger Teenager brav der vorgegebenen Partitur. 

So ähnelt die Vater-Tochter-Operette einem Stück des Pianisten Richard Clayderman: Sie ist zwar publikumswirksam, aber plätschert vorhersehbar und ohne große Spannungsbögen dahin. Zu viel Harmonie(n) wirken eben auf Dauer eintönig. Da hilft auch die Urlaubskampagne Kampaniens wenig, die immerhin ein nettes Bühnenbild abgibt.

Autor: Florian Büttner

15.4.2019, 8.48 Uhr

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