Kritik: So weit das Meer

Im ZDF-Krimi "So weit ist das Meer" brilliert Uwe Kockisch als Mann mit drei Gesichtern: Mörder, Sünder und Ermittler.

Weit weg von Venedig!

Am kommenden Donnerstag sehen wir Uwe Kockisch wieder als Commissario Brunetti. In Venedig löst er als Donna Leons Krimiheld bereits seinen 25. Fall. Das kann er. Und wenn die Serie "Weissensee" endlich fortgesetzt wird, dann sehen wir ihn wieder als Hans Kupfer. Kann er auch. 

Klar kann er das. Er ist ein erfahrener Schauspieler, einer, der nichts mehr beweisen muss – und doch, es überrascht, wie er diesem Wolf Harms, der Hauptfigur in diesem intelligenten ZDF-Krimi (Regie: Axel Barth), ein Gesicht gibt. Nicht nur eines. Mehrere. Er spielt den von seiner Tat überzeugten Mörder. Den Rächer. Als er erfährt, dass er den Falschen umgelegt hat, wird er zum schuldbeladenen Sünder. Um darauf zum übereifrigen Hobby-Ermittler zu mutieren. 

Kleine Gesten

Dazu braucht er nicht unbedingt Text. Seine Blicke reichen völlig aus. Seine Gestik, Mimik, sagen oft mehr als gesprochene Worte. Kockisch kann das. Die spannende Geschichte (Buch: Paul J. Milbers und Sabine Radebold) leistet ihr Übriges. Und natürlich Kockischs Kolleginnen und Kollegen. Vorneweg Katharina Schüttler als Harms’ Tochter und natürlich Suzanne von Borsody in der feinen, kleinen Rolle als Opfermutter. 

Spannend war das. Bis zum Ende mit dem gewissen Etwas. Es macht einfach Spaß, Profis bei der Arbeit zuzusehen.

Autor: Andreas Herden

15.4.2019, 13.59 Uhr

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