Kritik: Merz gegen Merz

In "Merz gegen Merz" bekriegen sich Annette Frier und Christoph Maria Herbst. Zu lachen gibt es in dieser ZDF-Ehekomödie allerdings nur wenig.

Trennt euch bitte!

Kennen Sie diese Paare, die schon ewig zusammen sind und die bei jeder Gelegenheit aufeinander herumhacken? Und alle Menschen um sie herum denken nur noch: "Oh bitte, lasst euch doch endlich, endlich scheiden!" 

So ungefähr fühlt sich die neue ZDF-Comedy "Merz gegen Merz" an. Annette Frier gibt die toughe Anne, die ihre Ehe tüchtig satt hat. Christoph Maria Herbst ist ihr Ehemann Erik, der sich zwar gelegentlich bemüht, aber so unfassbar schluffig ist, dass man ihn nicht leiden kann. Allerdings hat man durchaus Mitleid mit ihm, weil das Leben mit dieser nörgeligen Zicke nun wirklich kein Spaß ist. 

Keine Überraschung

Kein Spaß ist auch diese öffentlich-rechtliche Ehekomödie. Da helfen selbst achso freche Hitler-Witze nicht, die Autor und "Stromberg"-Erfinder Ralf Husmann einstreut. Der Humor der Serie erinnert über weite Strecken an Comic-Strips aus den Boulevard-Blättern der 70er – man wäre nicht überrascht, würde Anne ihrem Gatten mit dem Nudelholz auflauern. So verkommen die Figuren zu Karikaturen. 

Immerhin: Eriks Proleten-Eltern schaut man gerne dabei zu, wie sie das ganze spießige Personal dieser Ehekrise aufmischen. So gehört die beste Zeile denn auch der immer wunderbaren Carmen-Maja Antoni als Eriks Mutter: "Ich werd’ die zuschütten mit Freundlichkeit – die sollen mich kennenlernen!"

Autor: Martina Borgschulze
 

18.4.2019, 16.31 Uhr

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